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Mut zur Lücke in der gesunden Familienküche

Andrea bloggt auf „Kinderalltag“ über das Leben mit drei Kindern. Außerdem hat ihr Blog heute auch Geburtstag und da wünschen wir natürlich alles Liebe mit viel Konfetti und so 🙂

Auf „Kinderalltag“ hat Andrea auch zur „Haps – Die Schmakofatz-Blogparade!“ eingeladen. Sie möchte wissen:

  • Wie bringt Ihr Eure Kinder dazu, das zu essen, was gut für sie ist?
  • Wie sehen die Lieblingsgerichte Eurer Kinder aus?
  • Was bewegt Euch rund um die Ernährung?

Mein Verhältnis zum Thema Ernährung für Kinder hat sich dank meiner Tochter entspannt. Leider geht das nicht allen Kindern und Eltern dieser Erde so. Für viele ist das ein Kampf ums Überleben. Für was kämpfen wir hier eigentlich, wenn es nicht ums Überleben geht? Essen unsere Kinder wirklich so ungesund oder machen sie es einfach nur unserer Vorstellung von gesunder Ernährung nicht recht? Versagen wir Eltern, wenn die Kinder anders essen, als wir es für sie vorsehen? Die Tochter, die heute mit ihren drei Jahren eine dreiviertel Pizza essen kann, wollte zwei Jahre lang alles Mögliche tun, außer essen. Dank dem spanischen Kinderarzt Gonzales habe ich gelernt, dass der Übergang von Beikost zu nennenswerten Essensmengen unterschiedlich lange dauert. Heute versinkt die Tochter mit Hingabe in ihren Nudeln, wenn sie nicht gerade unbedingt spielen muss.

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Eltern fühlen sich verständlicherweise für die Ernährung ihrer Kinder verantwortlich, weil sie sich ein Kind wünschen, dass sich in seiner Haut wohl fühlt und gesund ist. Aber Ernährung ist nur ein Teil der Gesundheit. Spiel, Bewegung, Schlaf, Gefühle, die ernst genommen und begleitet werden und liebevolle Kontakte zu Menschen halten Kinder auch gesund.

Was ist denn für Kinder eine gesunde Ernährung? Manche Kinder frühstücken gern, andere essen zum Frühstück wenig oder nichts. Ich schlage vor, wir finden gemeinsam mit unseren Kindern heraus, was zu ihrem Typ und zu unserer Familiensituation passt. Wir sind hier in der glücklichen Situation, dass wir eine Menge an unterschiedlichen, gesunden Lebensmitteln zur Verfügung haben, die wir unseren Kindern anbieten können. Auch wenn sie nicht alles mögen, die Auswahl ist so groß, dass alle Komponenten auch durch wenige Lebensmittel abgedeckt werden können.

Gemüse anbieten, aber wie?

Zunächst einmal reicht es doch, mit ein bis zwei Gemüsesorten anzufangen, die gerne gegessen werden. Bei uns gelten Kartoffeln auch als Gemüse. Tomaten werden meistens geliebt. Gurkenscheiben könnte ich mir auf mein Gesicht legen, aber nicht auf den Teller der Tochter. Trotzdem biete ich Gurke immer wieder an, ohne Erwartung. Und wenn gar kein Gemüse gegessen wird? Dann vielleicht Obst?

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Obst anbieten, aber wie?

Smoothie, roh, gekocht – das ist unterschiedlich beliebt. In Essenslaune wird schon mal gekaut, in Spiellaune muss es schnell gehen mit einem Smoothie.

Weder Obst noch Gemüse? Noch Salat?

Laut dem Kinderarzt Renz-Polster konnte bisher keiner feststellen, dass sich Gemüse- und Obstverweigerer schlechter entwickeln als andere Kinder. Es ist eine Phase und kann vorüber gehen. Die Tochter sagte vor kurzem aus heiterem Himmel beim gemeinsamen Mittagessen zu mir: „Wenn ich groß bin, esse ich Salat.“ Alles zu seiner Zeit.

Roh oder gekocht?

Lieber roh als gekocht? Kluge Kinder. Die Enzyme in Lebensmitteln sind hitzeempfindlich, daher nehmen Kinder in Rohkost Vitamine und Mineralstoffe besser auf. Eure Kinder essen gern gekochtes Essen? Auch klug, gekochtes Essen ist leichter zu verdauen und wärmt.

Zucker?

Bei Zucker bin ich sparsam, den Zähnen zuliebe und zugunsten der Nährstoffe in anderen Lebensmitteln. Unser Ausnahmetag vor kurzem: Bei schönem Wetter haben wir das Mittagessen ausfallen lassen, ein großes Schokoeis gegessen, draußen mit einer Spielplatzfreundin gespielt, getobt, gelacht und uns damit auch gesund gehalten.

Was die deutsche Gesellschaft für die Ernährung für Kinder empfiehlt, könnt ihr hier nachlesen.

Jetzt kommen meine persönlichen Regeln für eine kinderfreundliche Küche:

Verteile alles über eine ganze Woche

Ich biete jeden Tag gesunde Lebensmittel aus verschiedenen Bausteinen an. Die Tochter hat an manchen Tagen mehr Hunger auf Kohlehydrate, an anderen mehr auf Eiweiß. Von empfohlenen Lebensmittelmengen habe ich keine Ahnung. Ich lasse mich von den Vorlieben der Tochter, von der Saison, meinem Kühlschrankinhalt und von unserer Kultur beeinflussen.

Bemerke Deinen Erwartungsdruck

Wird Brotzeit mitgegeben, schauen wir Mamas doch gerne nach, ob es gegessen wurde. Wenn nicht, fragen wir unser Kind, was damit gar nichts anfangen kann. Stellt euch vor, ihr bietet eurem Besuch Erdnüsse an und sagt am Ende, Du hast ja gar nichts von meinem Tellerchen gegessen. Da bieten wir doch auch ohne Erwartung an, warum nicht auch unseren Kindern?

Vereinfache Deine Küche

Schmetterlingsnudeln, Tomatenmark und Olivenöl ist ein Lieblingsgericht der Tochter. Um dem Gericht mehr Nährstoffe zu verleihen, gibt es Vollkornnudeln. Wenn diese nicht beliebt sind, vielleicht wenige Vollkornnudeln mit hellen Nudeln mischen und nach und nach steigern? Oder helle Nudeln aus Kichererbsenmehl oder rote Nudeln aus Linsenmehl verwenden. Alles unbrauchbar? Vielleicht reagiert das Verdauungssystem empfindlich auf Vollkornvarianten und Hülsenfrüchte? Dann der Sauce leicht verdauliches Gemüse, wie Kartoffeln, Kürbis, Süßkartoffeln beimengen und alles zur (Tomaten)sauce pürieren? Hackfleisch, Tofu oder Sojaschnetzel anbraten oder extra Mozzarella anbieten? Extra Mozzarella geht bei uns mittlerweile fast immer. Bei mir gibt es auch mal drei Tage am Stück Nudeln. Wir nennen das dann Nudelwoche. Die Tochter liebt es.

Wer nicht probiert, riecht zweimal

Wir haben ein Familienspiel. Wird ein Essen nicht probiert, riecht die Tochter daran, aber zweimal. Manchmal sagt sie, dass sie es nicht mag, dann riskiert sie hin und wieder einen Happen. Vor kurzem sogar Sauerkraut. Wer einmal probiert, probiert ein zweites Mal. Wenn es dann immer noch nicht schmeckt, wie beim Sauerkraut, wird es nicht gegessen. Dennoch finden wir Eltern den Versuch, etwas Neues zu probieren, toll.

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Reduziere alle unnötigen Anforderungen

Muss Mittagessen immer warm sein? Muss es mindestens einmal am Tag etwas Warmes geben? Wir lieben die Abwechslung. Wenn es mal nichts Warmes an einem Tag gibt oder schon Pizza zum Frühstück oder Eis zum Mittagessen überleben wir das. An anderen Tagen gibt es zweimal warmes Essen, einfach, aber warm. Oder es gibt zur Brotzeit nur Obst oder Gemüse. In unserem Fall ist es so, wenn es regelmäßig, aber nicht zwanghaft Obst und Gemüse gibt, kommt es an. Ob das so bleibt, wissen wir nicht. So spannend sind die Kinder.

Auch beim Essen haben wir eine Beziehung zu unseren Kindern

Lasst uns immer wieder auf eine kulinarische Reise mit unseren Kindern gehen. Dafür brauchen wir manchmal etwas Experimentierlust oder Anpassungsfähigkeit. Die Tochter hat vor kurzem Kichererbsensauce! gegessen. Von den Kichererbsen war allerdings nichts mehr zu sehen. Wir sind gespannt, wohin uns unsere kulinarische Familienreise noch führen wird.

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4 thoughts on “Mut zur Lücke in der gesunden Familienküche”

  1. Das ist eine tolle Einstellung, wir machen uns allgemein wirklichwirklich zu viel Druck mit dem Essen. Ich kenne es mittlerweile auch, das an einem Tag mal mehr gegessen wird am anderen Tag auch weniger. Bei sehr wenig kündigt sich aber auch oft auch ein Infekt an, eben deshalb ist es dann auch nicht gut, das Kind zum Essen aufzufordern, denn es scheint ja ganz gut selbst zu wissen, was der Körper gerade braucht oder verträgt. Unsere Große hat auch schon gesagt, wenn sie mal größer ist, wird sie auch Dinge essen, die sie jetzt nicht mag, solange sie sich darüber bewusst ist, das sich ihr Geschmacks-sinn noch verändert und erweitert, ist doch alles okay. Und das mit den warmen Mahlzeiten sehe ich auch gelassen. Gerade jetzt im Sommer gibt es mittags auch einfach mal Wassermelone ?… Und wer sagt, dass man Müsli nur zum Frühstück essen darf? Das hatten wir auch schonmal zum Abendessen, weil die Kinder mal keine Lust auf Brot hatten. Ist doch nicht schlimm! Liebe Grüße, Ella

  2. Danke für den tollen Beitrag zu meiner Blogparade. Ich finde den Ansatz toll, das Thema viel entspannter zu sehen. Es scheint den Kindern ja tatsächlich nicht zu schaden, wenn sie sich mal ein paar Monate auf einige wenige Lebensmittel spezialisieren 😉

    1. Danke Andrea für Deine Anregung zu dieser Blogparade und Deinen Einblick als 3-fach Mama! Die Perspektive von Kindern als Spezialisten gefällt mir 😉

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